Ratten haben einen zweifelhaften Ruf. Sie gelten als Überträger einiger Krankheiten und waren besonders im Mittelalter gefürchtet. Sie sind verantwortlich für Ausbrüche der Pest mit Millionen von Toten.

Züchten Sie Hühner und besitzen Sie einen kleinen Stall im Garten, wird dies für andere Tiere kaum verborgen bleiben. Marder und Fuchs gelten als gefährlich, weil diese die Hühner reißen und den Bestand merklich reduzieren.

Doch wie gefährlich ist die Ratte im Hühnerstall und wie können Sie einem Befall entgegenwirken? Nutzen Sie die folgenden Methoden, um den Stall zu schützen und die Schädlinge zu vertreiben.

Welchen Schaden richten Ratten im Hühnerstall an?

Ratten - Hühnerfutter
Ratten haben es im Hühnerstall auf das Futter abgesehen

Im Vergleich zu anderen Wildtieren mag die Ratte unscheinbar sein. Sie ist wesentlich kleiner und im direkten Vergleich zum Huhn, scheint die Ratte schwächer zu sein.

Angelockt wird die Ratte nicht durch die Hühner direkt. Diese sind keine lohnende Beute und nicht das Hauptziel der Ratte. Diese hat es eher auf das Futter abgesehen. Das Futter der Hühner ist auch für die Ratte attraktiv und wesentlich leichter zu beschaffen als natürliche Futterquellen. Einmal in den Hühnerstall eingedrungen, stiehlt die Ratte das Futter und ernährt sich davon.

Dies mag zunächst noch harmlos klingen und das Futter lässt sich einfach wieder auffüllen. Dennoch ist die Gefahr, die die Nagetiere darstellen, nicht zu unterschätzen.

Krankheitsüberträger

Denn die Ratten gelten als Überträger einiger Krankheiten, die auch für die Hennen gefährlich sind. Die Mäuse und Ratten machen sich zunächst an dem Futter zu schaffen. Von dort verbreiten sich die Keime und Krankheitserreger. Die Hühner nehmen das Futter auf und sind einem Krankheitsrisiko ausgesetzt.

Gefährlich für junge Küken und Eier

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, dass sich die Mäuse und Ratten an den Eiern vergehen. Gerade die Wanderrate ist dafür bekannt, Eier zu fressen und junge Küken anzugreifen. Mit ihren scharfen Zähnen sind sie in der Lage die schwachen Küken zu töten und zu verspeisen. Somit wird der Bestand reduziert und die Hühner sind im Stall nicht mehr sicher.

Kann die Ratte Hühner töten?

Mäuse und Ratten stellen eine Gefahr für junge Küken dar. Die Küken sind kaum in der Lage sich zu wehren und in einem unbeobachtetem Moment sind Ratten in der Lage die Jungtiere anzugreifen und zu töten.

Im Vergleich dazu sind ausgewachsene Hennen wesentlich robuster. Ratten werden nicht versuchen sich mit diesen Tieren anzulegen. Hühner gelten daher nicht als mögliche Beute der Ratten.

Indirekt ist es dennoch möglich, dass die Ratten die Hühner töten. Dies geschieht aufgrund der eingeschleppten Krankheitserreger, welche ein Risiko darstellen. Somit ist es zwar möglich, dass die Ratten die Hühner töten, doch es geschieht nicht über einen direkten Angriff und die Vögel gelten nicht als Beute für die Ratten.

Beugen Sie den Ratten im Hühnerstall vor

Mäuse und Ratten gelten zurecht als Schädlinge. Ob im Garten, dem Haus oder Hühnerstall, die Nagetiere richten einen großen Schaden an und vermehren sich rasant. Daher ist es ratsam, einem Befall vorzubeugen, anstatt später mit einem größeren Aufwand die Nagetiere zu bekämpfen.

Zugänge prüfen

Hühnerstall sichern
Sichern Sie alle sensiblen Bereiche mit einem feinen Draht

Ratten sind sehr geschickte Kletterer und wendig. Sie können durch noch so winzige Spalten gelangen und auf diese Weise in den Hühnerstall eindringen.

Die Hühnerklappe werden Sie wahrscheinlich in den Abendstunden schließen, um Mardern und anderen Fressfeinden den Zugang zu erschweren. Für Ratten bleiben wahrscheinlich dennoch genügend Möglichkeiten, in den Hühnerstall einzudringen.

Dies gelingt zum Beispiel über ein gekipptes oder unzureichend geschütztes Fenster. Ratten im Hühnerstall können auch über Lüftungsöffnungen den Weg dorthin gefunden haben.

Wichtig ist, dass das Dach dicht mit der Wand abschließt und keine Schlupflöcher bestehen. Schützen Sie Fenster und Lüftungsöffnungen mit einem feinen Schutzgitter. Somit erschweren Sie zumindest den Zutritt.

Kein offenes Futter

Ratten werden durch den Geruch des Futters angezogen. Dies gilt als Hauptziel, weshalb sich Ratten im Hühnerstall aufhalten. Gelangen die Nagetiere problemlos an das Futter, werden sich diese gerne dort aufhalten und einnisten.

Als vorbeugende Maßnahme sollten Sie keine offenen Futternäpfe oder Spender verwenden. Benutzen Sie einen Futterautomaten, welche die Hühner zu selbstständig bedienen, sodass nur eine geringe Menge des Futters offen herumliegt. Die Geruchsbelastung sinkt und der Arbeitsaufwand zum Füttern der Hühner reduziert sich.

Bewahren Sie das Hühnerfutter an einem sicheren Ort auf, welcher für die Ratte unzugänglich ist. Dann wird diese nicht vom Geruch angezogen und sich einen anderen Ort suchen, um an Futter zu gelangen.

Die Ratten im Hühnerstall bekämpfen

Halten sich Ratten im Hühnerstall auf, fällt es schwer diese wieder loszuwerden. Im Stall fühlen sie sich sicher und sind bestens versorgt. Schnell vermehren sie sich und damit steigt auch der Schaden, der angerichtet wird. Wie können Sie die Ratten im Hühnerstall wirksam bekämpfen?

Rattengift

Eine der wohl effektivsten Methoden zum Vertreiben der Ratten im Hühnerstall, ist das Rattengift. Das Mittel legen Sie an den Orten ab, an denen Sie die Ratten vermuten und warten darauf, dass die Nagetiere es aufnehmen. Die Wirkung setzt innerhalb weniger Tage ein, sodass Sie wirksam die Rattenplage in den Griff bekommen.

Dennoch ist im Umgang mit dem Rattengift einige Vorsicht geboten. Hühner und Küken sollten nicht mit dem Gift in Kontakt geraten. Auch Kinder oder Haustiere sollten es nicht aufnehmen.

Nach der erfolgreichen Anwendung müssen Sie die Giftköder gründlich beseitigen, damit keine anderen Tiere einer Gefahr ausgesetzt werden.

Lebendfallen

Sind nur wenige Ratten im Hühnerstall zu identifizieren, können Sie es auch mit Lebendfallen probieren. Diese sind deutlich tierfreundlicher, aber schwieriger im Umgang.

Stellen Sie die Lebendfalle im Hühnerstall auf und statten Sie diese mit einem Köder aus. Ratten werden zum Beispiel von Nuss-Nougat Creme oder Erdnussbutter angezogen. Mit etwas Geduld geht das Tier in die Falle. Danach setzen Sie es weit entfernt aus, wo kein Schaden mehr angerichtet wird.

Schlagfallen

Halten sich eine Vielzahl von Ratten im Hühnerstall auf, sind Schlagfallen eine wirksame Alternative. Diese lösen aus, sobald Mäuse und Ratten sich ihr nähern. Mit einem gezielten Schlag ist die Ratte auf der Stelle tot, sodass zusätzliches Leid vermieden wird. Anschließend beseitigen Sie den Kadaver und richten die Falle erneut ein. Mit wenig Aufwand lässt sich auch ein größerer Befall in Grenzen halten.

Katzen

Als natürlicher Feind der Ratten gelten Katzen. Allein der Geruch einer Katze kann die Schädlinge in die Flucht treiben. Ist es für Sie möglich, dann gilt die Anschaffung einer Katze als die wirksamste Methode, um die Ratten im Hühnerstall zu vertreiben. Selbst wenn die Katze nicht über einen Jagdinstinkt verfügt, werden die Nagetiere sich abschrecken lassen und das Weite suchen.

Möchten Sie selber kein Haustier halten, können Sie auch Katzenurin oder das Katzenstreu einer benachbarten Katze verwenden. Streuen Sie diese Mittel im Hühnerstall aus, sodass Mäuse und Ratten einen großen Abstand davon nehmen werden.

Ratten im Hühnerstall wirksam bekämpfen

Ratten gelten als ernstzunehmende Schädlinge für den Hühnerstall. Sie übertragen Krankheiten, fressen kleine Eier und können die Küken angreifen. Daher ist eine frühzeitige Bekämpfung oder noch besser, eine Vorbeugung anzuraten, damit die Hühner im Stall sicher sind.

Lassen Sie kein Futter offen herumstehen und sichern Sie sämtliche Zugangsmöglichkeiten ab. Dann werden Sie die Ratten in die Flucht schlagen und die Hühner können in Ruhe wieder ihre Eier legen.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.