Bewirtschaften Sie einen kleinen Wald oder planen Sie das Fällen von Bäumen auf Ihrem Grundstück, wird während des Vorgangs jede Menge Rindenmulch als Abfallprodukt auftreten. Weist der Rindenmulch positive Eigenschaften auf und können Sie diesen im Garten verwenden oder bleibt Ihnen nur noch die Entsorgung?

Erfahren Sie, wo Sie den Rindenmulch einsetzen können und wie eine Entsorgung vorzunehmen ist.

Wie entsteht Rindenmulch?

Als Rindenmulch wird die gehäckselte Baumrinde verstanden. Während des Fällens von Bäumen löst sich die Rinde und je nach Größe der einzelnen Bestandteile könnte dies bereits als Mulch bezeichnet werden.

Somit ist der Rindenmulch vorwiegend in der Forstwirtschaft anzutreffen. Dort gilt es als Abfallprodukt und muss entsprechend den Vorschriften entsorgt werden. Für den Garten ist der Rindenmulch nur relevant, falls Sie vorhaben Bäume zu fällen.

In Deutschland entstammt der Rindenmulch überwiegend den hier vorkommenden Nadelbäumen. Dazu zählen die Kiefer, Fichte sowie Douglasie. Werden diese Bäume im Rahmen der Forstwirtschaft verarbeitet, bleibt der Rindenmulch zurück.

Obwohl Rindenmulch oftmals nur als Abfallprodukt gesehen wird, besitzt er nützliche Eigenschaften für den Garten. So können Sie etwa den Boden mit diesen Resten bedecken und verhindern eine zu intensive Sonnenstrahlung. Gerade im Sommer ist dies ein wichtiger Aspekt, um die Verdunstung zu verringern und ein Verdursten der Pflanzen zu verhindern.

Wo können Sie Rindenmulch entsorgen?

Finden Sie keine Verwendung mehr für den Rindenmulch, dann bleibt Ihnen nur noch die Entsorgung. Wichtig ist hierbei die Einordnung, dass es sich um organische Abfälle handelt. Diese sollten nicht mit anderen Bestandteilen verunreinigt werden.

Keinesfalls ist eine einfache Entsorgung im Wald erlaubt. Es mag zwar naheliegend sein das organische Produkt dort abzuladen und dem Mulch dem natürlichen Zersetzungsprozess auszusetzen. Doch der Rohstoff beeinflusst maßgeblich die Eigenschaften des Bodens und könnte negative Veränderungen zur Folge haben. Das ökologische Gleichgewicht gerät aus den Fugen, sodass ein Schaden für den Wald entsteht und der Rindenmulch dort nicht willkommen ist. Die illegale Entsorgung ist mit hohen Bußgeldern versehen, sodass Sie darauf lieber verzichten.

Örtliche Annahmestelle

Es gibt ohnehin mehr als genügend legale Wege, um den Rindenmulch zu entsorgen. Bei größeren Mengen bietet sich der örtliche Wertstoffhof an. Diese nehmen die organischen Abfälle in der Regel kostenlos auf, sodass Sie dort auch größeren Mengen abladen dürfen. Sie sollten aber streng darauf achten, dass keine Verunreinigungen vorhanden sind.

Dort wird der Rindenmulch entweder fachgerecht entsorgt oder im Weiteren zum Verkauf angeboten. In den Chemnitzer Wertstoffhöfen lässt sich etwa ein 40 Liter Sack zu einem Preis von 1,50 Euro erwerben. Auch Komposterde ist dort erhältlich, sodass Sie dort nicht nur die Abfälle entsorgen können, sondern auch nützliche Produkte für Ihren Garten finden.

Biotonne

Sind die Mengen des Rindenmulches überschaubar, dann können Sie hierfür die Biotonne zur Entsorgung verwenden. Die Biotonne ist extra für solch organische Abfälle eingeführt worden und ermöglicht es fleißigen Gärtnern die Reste einfach über die Stadtreinigung abholen zu lassen.

Sie sollten aber darauf achten, dass die Menge übersichtlich ist. Gerade bei einem Mehrfamilienhaus machen Sie sich keine Freunde, wenn der Rindenmulch den gesamten Platz einnimmt und die anderen Hausbewohner die Biotonne nicht mehr verwenden können.

Laubsack

Rindenmulch - Laubsack
Rindenmulch können Sie im Herbst zusammen mit dem Laub in den geeigneten Säcken entsorgen

Nicht nur der Rindenmulch stellt eine Herausforderung für die Entsorgung dar. Auch für größere Mengen des Rasens oder dem Laub im Herbst ist nicht genügend Platz in der Biotonne vorhanden.

Laubsäcke stellen eine praktische und günstige Möglichkeit dar, um die organischen Gartenabfälle zu entsorgen. Anders als der Name es vermuten lässt darf nicht nur Laub auf diesem Wege als Abfall verwertet werden. Auch für Rindenmulch sind die Laubsäcke vorgesehen.

Der Laubsack ist mit geringen Kaufgebühren verbunden. Dafür ist die Anwendung einfach und diese werden bei der nächsten Abholung der Stadtreinigung berücksichtigt. Bringen Sie die Laubsäcke selber zum Wertstoffhof werden die Kosten oftmals erstattet. Gerade bei einer Vielzahl von Laubsäcken lohnt es sich also diese selber zum Wertstoffhof zu bringen.

Kompost

Organische Abfälle lassen sich auch im eigenen Garten aufbereiten. Dies ist in Form von Kompost möglich.

Wichtig ist, dass der Rindenmulch nicht oben auf den Kompost gegeben werden sollte. Er gilt vielmehr als Grundschicht, um die Eigenschaften des Kompost zu verbessern. Das Wasser versickert besser im Boden und es wird einer Fäulnisbildung vorgebeugt. In einem Holzkomposter gehört der Rindenmulch als Grundschicht dazu und verbessert den Zersetzungsprozess.

Falls solch eine Grundschicht bereits vorhanden ist und dennoch Reste des Rindenmulch übrig sind, können Sie diese einfach gesondert lagern. Sie können dann in Zukunft auf das wertvolle Produkt im Garten zurückgreifen und es auf verschiedene Weise einsetzen.

Die nützliche Seite des Rindenmulch

Rindenmulch lässt sich im Garten sinnvoll einsetzen, sodass eine Entsorgung nicht immer notwendig ist. Vielleicht überzeugen Sie die folgenden Anwendungsfälle, sodass der Rindenmulch weiterverwendet wird.

Die positiven Eigenschaften im Blumenbeet wurden zuvor bereits erwähnt. Der Rindenmulch schützt die Erde vor einer Verdunstung und erweist sich vor allem im Sommer als nützliche Hilfe. Die Blumen erhalten die benötigte Menge Wasser und das Wurzelwerk ist besser vor den heißen Temperaturen geschützt.

Als natürliches Mittel erweist sich der Rindenmulch auch gegen Unkraut als hilfreich. Das Naturprodukt verfügt über keimungshemmende Eigenschaften, sodass die eigentlichen Pflanzen im Garten widerstandsfähiger sind. Sie können sich besser gegen die Unkräuter behaupten und geben sich nicht dem Moos geschlagen. Dadurch können Sie auf stärkere Mittel, wie etwa dem Moosvernichter verzichten und behalten die Gesundheit der Nutzpflanzen auf natürlichem Wege bei.

Im Garten können Sie den Rindenmulch auch als günstigen Naturweg verwenden. Kleinere Trampelpfade lassen sich wunderbar mit diesem Belag verwirklichen. Der Rindenmulch gewährt bei stärkeren Regenfällen einen ausreichenden Halt und der Garten behält seine Natürlichkeit. Somit wird ein ganz anderer Eindruck vermittelt als etwa mit schweren Steinplatten.

Rindenmulch einfach entsorgen

In diesem Ratgeber haben Sie erfahren, wie Sie Rindenmulch entsorgen. Am einfachsten gelingt dies bei größeren Mengen über die Anlieferung am Wertstoffhof in Laubsäcken. Kleinere Mengen lassen sich in der Biotonne entsorgen.

Bevor Sie nun den Rindenmulch einfach weggeben sollten Sie prüfen, ob dieser sich nicht noch als nützlich für Ihren Garten erweist. Viele Gärtner müssen den Rindenmulch erwerben und sehen diesen Rohstoff nicht als Abfall. Überlegen Sie also vorab, ob Sie noch eine Verwendung für den Rindenmulch haben und entscheiden Sie sich erst dann für eine Entsorgung.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.