Die Idealvorstellung eines Rasens besteht in einer schönen geraden Ebene. Ein ebener Rasen sieht nicht nur schön aus, sondern ist für viele Fälle vorteilhaft. Starker Regen fließt gleichmäßig ab und es bilden sich keine Pfützen.

Ein gerader Rasen ist ebenfalls besser für den Rasenmäher. Ist der Boden eben, kann der Rasenmäher die Grashalme viel besser auf eine einheitliche Länge bringen. Im Ergebnis erhalten Sie einen sehr gleichmäßigen Rasen.

Doch nicht immer entspricht unsere Vorstellung auch der Realität. Weist Ihr Rasen einige Unebenheiten auf und es sind kleine Hügel zu erkennen, dann sollten Sie den Rasen begradigen.

Wie gehen Sie dabei beim Begradigen des Rasens vor und welche Werkzeuge benötigen Sie?

Ursachen für unebenen Rasen

Rasen begradigen - Regenfälle
Starke Regenfälle können dazu führen, dass der Rasen absinkt

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen sollten Sie herausfinden, weshalb der Rasen uneben ist. Vielleicht haben Sie zu Beginn Ihrer Gartentätigkeiten nicht darauf geachtet und der Boden war schon von Anfang an uneben? Oder hat sich das Problem erst mit der Zeit ergeben und Sie versuchen jetzt den Rasen wieder auszubessern?

Ein häufiger Grund für einen unebenen Rasen besteht darin, dass der Fläche vor dem Säen nicht ordentlich geplättet wurde. Ist der Boden nicht genügend verdichtet, sackt dieser mit der Zeit an einigen Stellen ein und es werden die Unebenheiten sichtbar.

Es gibt aber auch andere natürliche Gründe, für Unebenheiten des Rasens, auf die Sie keinen wirklichen Einfluss haben. Hier können unterschiedliche Begebenheiten der Erde für die unschönen Dellen sorgen.

Wie stark muss der Rasen begradigt werden

Egal welche Ursache für die unschönen Hügel verantwortlich ist, zu Beginn sollten Sie genau herausfinden, wie „schief“ der Rasen und der Boden eigentlich ist.

Als Hilfsmittel können Sie eine Wasserwaage nutzen.

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Zur Bestandsaufnahme sollten Sie zunächst die tiefste Stelle des Rasens ausmachen. Hier stecken Sie einen Stab in den Boden, um die Stelle zu markieren und später den Höhenunterschied genau feststellen zu können.

Danach begeben Sie sich zur höchsten Stelle im Rasen und stecken ebenfalls einen kleinen Stab in den Boden.

Nun verbinden Sie die Stäbe mit einem Bindfaden. Richten Sie den Bindfaden so aus, dass dieser genau waagerecht ist. Dazu nehmen Sie die Wasserwaage und passen die Höhe des Bindfadens an.

Für diese Arbeit benötigen Sie eine zweite Person, die die Höhe der Bindfäden ändert.

Ist der Bindfaden genau waagerecht ausgerichtet, können Sie den Höhenunterschied sehen und abschätzen, wie hoch der Arbeitsaufwand sein wird. Am Ende des Begradigens des Rasens sollte das Ziel sein, dass solch ein Höhenunterschied auf dem Rasen nicht mehr feststellbar ist.

Der beste Zeitpunkt zum Begradigen

Beim Begradigen des Rasens findet ein großer Eingriff in den Boden statt. In Verbindung mit der Erde wird auch der Rasen umgepflügt und eine Nachsaat wird benötigt.

Daher wird empfohlen, den Boden in den wärmeren Monaten ab Mitte April durchzuführen. Die Erde sollte weder zu kalt oder nass sein. Dies würde die Arbeit nur zusätzlich erschweren.

Wenn die Bedingungen für den Boden es schon im März zulassen, dann können Sie die Arbeiten schon zu diesem Zeitpunkt durchführen. Bis zur Nachsaat sollte aber trotzdem bis zum April gewartet werden, da immer noch ein Temperatureinbruch eintreten könnte.

Vorbereitung des Bodens

Legen Sie gerade einen neuen Rasen an und möchten eine komplett ebene Erde haben oder möchten Sie eine bestehende Rasenfläche begradigen?

Je nachdem in welcher Situation Sie sich befinden, müssen Sie unterschiedlich vorgehen. Hier finden Sie die einzelnen Arbeitsschritte für beide Varianten.

Falls ein neuer Rasen angelegt wird

Legen Sie gerade einen neuen Garten an und Ihnen fällt auf, dass der Boden etwas uneben ist, dann sind Sie in einer glücklichen Position. Denn jetzt können Sie den Boden noch relativ einfach bearbeiten. Der Boden ist in den meisten Fällen schon etwas aufgelockert, was die folgenden Arbeiten erleichtert.

Dafür besteht allerdings ein anderes Risiko. Denn im Boden könnte sich noch etwas Unkraut befinden, dass sich bis jetzt noch nicht gezeigt hat. Bei der Neuanlage des Rasens, könnte dieses Unkraut allerdings zu unschönen Stellen im Rasen führen.

Um zu vermeiden, dass durch die folgenden Arbeiten im Erdreich das Unkraut wieder zu neuem Leben erweckt und die Rasenfläche besiedelt, sollten Sie den Rasen etwa 1 bis 2 Wochen nach dem Ebnen ruhen lassen.

Rasen begradigen - Unkraut
Wenn Sie den Rasen begradigen sollten Sie diesen für 1 bis 2 Wochen ruhen lassen und das entstehende Unkraut beseitigen

Falls Sie innerhalb dieser Zeit das Wachstum von Unkraut feststellen, können Sie geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.

Mit diesem Unkrautvernichter, können Sie die störenden Pflanzen abtöten und danach mit der Aussaat des Rasens beginnen. Beachten Sie hierbei, wie lange der Rasen zum Keimen benötigt.

Viel mehr Vorbereitung ist bei der Begradigung eines neuen Rasens aber in der Regel nicht nötig.

Begradigen des bestehenden Rasens

Ist der Rasen schon seit einiger Zeit gewachsen, dann möchten Sie sich Ihre harte Arbeit sicher nicht zunichtemachen. Daher müssen Sie beim Begradigen des Rasens etwas anders und vor allem behutsamer vorgehen.

Im ersten Schritt müssen Sie auch hier wieder herausfinden, wie groß der Höhenunterschied eigentlich ist. Dazu nutzen Sie wieder die Methode mit Stäben und Bindfaden.

Bevor Sie die neue Erde auf den Rasen ausbringen, muss der Rasen an diesen Stellen so kurz wie möglich geschnitten werden.

Haben Sie den Unterschied festgestellt, können Sie eine erste dünne Schicht Erde auf die niedrigere Stelle auftragen. Die Schicht sollte nicht mehr als 1 bis 2 Zentimeter betragen. Um den Boden zu verdichten, können Sie die Erdschicht mit den Schuhen etwas festdrücken.

Wiederholen Sie diesen Vorgang bis der Rasen eben ist.

Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass Sie den Rasen nicht zerstören. Sie bedecken den Rasen nur etwas mit Erde. Die Pflanzen können ganz normal weiterwachsen und nach kurzer Zeit sieht der Rasen sehr gleichmäßig aus.

Um das Wachstum zu begünstigen, sollten Sie zudem etwas Flüssigdünger auf den ausgeglichenen Stellen ausbringen.

Liegen allerdings große Höhenunterschiede vor, dann wird die Schrittweise Aufstockung der Erde nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Finden sich Maulwurfshügel im Garten oder gibt es andere Gründe für gewaltige Höhenunterschiede, dann müssen Sie wie folgt vorgehen.

Hierzu muss der Rasen mit einem Pflug bearbeitet werden. Mit diesem brechen Sie die Erde auf und der Boden wird gelockert. Jetzt haben Sie die Möglichkeit, die Erde so zu bewegen, dass Sie eine ebene Fläche erreichen.

Erde gleichmäßig verteilen

Haben Sie den Höhenunterschied gemessen und der Boden ist locker genug, um eine gleichmäßige Rasenfläche zu erreichen, dann müssen Sie die Rasenerde aufbringen.

Zur besseren Orientierung können Sie einen Holzstab und waagerechten Bindfaden nutzen. Der Bindfaden kann die obere Grenze der Erde darstellen und gibt Ihnen vor, wie viel Erde Sie auftragen müssen.

Ist die Erde relativ gleichmäßig verteilt und die Methode mit dem Bindfaden zeigt Ihnen an, dass keine groben Unebenheiten mehr vorliegen, geht es darum das Niveau sehr fein anzupassen.

Hierfür benötigen Sie einen Richtscheit mit etwas größerer Länge. Eine Länge von zwei bis drei Metern sollte ausreichend sein, um Ihnen etwas Arbeit zu ersparen aber immer noch einfach handhabbar sein.

Für eine perfekte ebene Fläche können Sie entweder die Wasserwaage auf den Richtscheit legen oder noch besser direkt zu einem Richtscheit mit eingebauter Wasserwaage greifen.

Hier sehen Sie einen solchen Richtscheit mit eingebauter Wasserwaage.

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Mit diesem Richtscheit ziehen Sie die Erde so ab, dass eine komplett ebene Rasenfläche entsteht.
Die Arbeit ist allerdings noch nicht erledigt. Denn die Erde ist jetzt noch relativ locker und mit der Zeit könnte es wieder zu Unebenheiten kommen, weil der Boden absackt.
Deshalb greifen Sie nun zu einer Walze und plätten den Boden.

Neuen Rasen säen

Der Boden stellt nun eine schöne flache und gleichmäßige Ebene dar. Zum perfekten Glück fehlt jetzt nur noch der Rasen. Es ist jetzt also an der Zeit neuen Rasen zu säen.

Hierbei müssen Sie darauf achten, dass Sie die richtige Saatmenge ausbringen und keine kahlen Stellen übrig bleiben. Ebenfalls wichtig ist eine ausreichende Bewässerung des Rasens.

Um für ein optimales Ergebnis zu sorgen, sollten Sie darauf verzichten, den Rasen bei starker Sonnenstrahlung zu bewässern. Es kann zwar nicht zu dem viel zitiertem Verbrennen des Rasens kommen, aber das Wasser verdunstet in großen Teilen und verteilt sich nicht gleichmäßig.

Fazit

Ein unebener Rasen sieht nicht nur sehr unschön aus, sondern kann echte Probleme bei der Pflege des Rasens bereiten. Er stellt eine Stolperfalle dar und ist schwerer mit dem Rasenmäher zu bearbeiten.

Daher sollten Sie einen großen Wert darauf legen, dass die Rasenfläche möglichst gerade ist.

Das Vorgehen zum Begradigen einer Rasenfläche ist relativ einfach. Zunächst müssen Sie nur den Höhenunterschied feststellen und danach gleichen Sie diesen aus.

Mit einer Schaufel wird eine Erhöhung abgetragen und eine Vertiefung wird mit Erde wieder aufgefüllt. Im Anschluss wird die Erde mithilfe eines Richtscheit und der Wasserwaage eben ausgerichtet.

Hat die Erde die gewünschte Ebenheit erreicht, muss diese verdichtet werden. Damit bleibt der Boden stabil und es ist unwahrscheinlich, dass in Zukunft wieder Vertiefungen entstehen werden.

Mit diesen einfachen Arbeitsschritten erhalten Sie einen ebenen Rasen, welcher die Gartenpflege erleichtert und besser aussieht.

Hallo, Ich bin Sebastian und habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Nun hat es mich aus Deutschland hinausgezogen nach Indonesien. Hier sind die Bedingungen natürlich etwas abenteuerlicher und umso mehr muss Ich mich mit dem Thema Gärtnern auseinandersetzen. Meine Erfahrungen und Recherche teile Ich auf Gartenora, um das Gärtnern zu erleichtern.