Macht sich das Unkraut in Ihrem Garten breit, könnte schnell die Angst aufkommen, dass die Arbeit der vergangenen Monate umsonst war. Der Rasen hinterlässt nicht mehr den schönen Eindruck, den Sie sich eigentlich vorgestellt haben und kahle Stellen übersähen das schöne Grün.

Möchten Sie nicht direkt zu einem elektrischen Unkrautvernichter greifen und das Unkraut auf natürliche Weise vernichten, stehen dafür zahlreiche Hausmittel zur Verfügung. Natron gilt dabei als ein relativ einfaches Mittel, welches in den meisten Haushalten zur Verfügung steht und im Garten angewandt werden kann.

Wie Natron gegen das Unkraut hilft und was Sie bei der Anwendung beachten müssen erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist Natron?

Im engeren Sinne handelt es sich bei diesem Stoff um Natriumhydrogencarbonat. Abgeleitet von dieser Bezeichnung ergibt sich die Summenformel NaHCO3. Bekannt ist dieses Mittel aber auch unter dem Trivialnamen Natron.

Natron ist im Haushalt auch unter den Namen Speisesoda, Backsoda oder Bullrich-Salz bekannt. Es ist ein Hauptbestandteil von Backpulver und wird als solches vielfältig angewandt.

So besteht ein großes Anwendungsgebiet etwa nicht in der Küche zum Backen, sondern zum Reinigen. Mit etwas Natronpulver, Wasser und Zitronensaft lassen sich hartnäckige Verunreinigungen auflösen. Mit Hilfe dieser Behandlung erscheint die Küche wieder im neuen Glanz. Auch Polstermöbel, Teppiche und Autositze lassen sich vom Schmutz der letzten Jahre befreien.

Der Vorteil des Natrons ist, dass es kein chemisches Reinigungsmittel ist. Es ist daher verträglicher und mit weniger Nebenwirkungen behaftet. Auch im Garten stellt dies eine gute Alternative dar, um nicht gleich zu chemischen Unkrautvernichtern greifen zu müssen.

Natron ist zudem frei erhältlich und relativ günstig. In Drogerien oder Apotheken erhalten Sie das „Bullrich-Salz“ oder „Kaiser Natron“ und rücken dem Unkraut auf den Pelz. Es wirkt schwach alkalisch und bekämpft dadurch das Unkraut. Der Rasen bleibt von der Anwendung verschont und findet wieder zur alten Stärke zurück.

Die richtige Anwendung

Um das Unkraut mit Hilfe des Natrons zu bekämpfen ist kein großer Aufwand notwendig. Der Ablauf ist wie folgt.

  • Einen Liter Wasser zum Kochen bringen
  • 1 EL Natron in das kochende Wasser geben
  • Das Gemisch unter ständigem Umrühren abkühlen lassen
  • In eine Sprühflasche füllen
  • Das Unkraut einsprühen

Die Herstellung des „Vernichtungsmittels“ geht relativ zügig und ist kaum mit Arbeit verbunden. Nachdem das Gemisch abgekühlt ist, bringen Sie es einfach auf das Unkraut aus.

Natron auf Unkraut sprühen
Besprühen Sie das Unkraut mit dem Natrongemisch, damit es innerhalb weniger Wochen verschwindet

Halten Sie einen Sicherheitsabstand von ca. 10cm zu Pflanzen, die im Garten erwünscht sind. Besprühen Sie danach das Unkraut mehrfach. Nun wird das Unkraut aufgrund der alkalischen Wirkung am Wachstum gehindert und mit der Zeit absterben. Wenden Sie dieses schonende Hausmittel ruhig im Frühling und Herbst an, damit optimale Wachstumsbedingungen für den Rasen herrschen. Er muss sich dann nicht mehr gegen das Unkraut behaupten, sondern erhält genügend Fläche, um im saftigen Grün zu erstrahlen.

Neben der Anwendung in einer Sprühflasche können Sie das Natron auch direkt auf das Unkraut geben. Befindet sich dieses zu dicht neben Zierpflanzen und möchten Sie diese nicht beschädigen, geben Sie das Natron auf die Blätter des Unkrauts. Nach rund 4 bis 6 Wochen sollte eine deutliche Verbesserung sichtbar sein. Ist dies noch nicht der Fall, dann wiederholen Sie einfach die gesamte Prozedur.

Auch beim Unkraut zwischen den Fugen können Sie auf diese Weise vorgehen. Bestreuen Sie die Fugen mit dem Backnatron, sodass das Unkraut sich nicht weiter ausbreitet.

Die Anwendung des Natrons bei einem ausgeprägten Unkrautbefall ist relativ aufwendig. Sie müssen das Unkraut großflächig besprühen oder teilweise einzeln bestreuen. Haben Sie ein großes Problem mit Unkraut im Rasen, gibt es wahrscheinlich Alternativen, die für Sie mit weniger Aufwand verbunden sind. Für kleinere Flächen eignet sich das Natron aber wunderbar.

Auch gegen Moos wirksam

Häufig ist neben den allgemeinen Unkräutern auch Moos im Rasen ein Problem. Ist der Befall sehr ausgeprägt können Sie gleich einen wirksamen Moosvernichter verwenden. Bei kleineren Flächen lohnt es sich aber zunächst mit dem Natron vorzugehen.

Ähnlich wie beim Unkraut besprühen Sie das Moos im Rasen. Nach wenigen Wochen sollte das Moos deutlich zurückgehen. Moos ist häufig ein Hinweis darauf, dass es dem Rasen an Nährstoffen mangelt und dieser sich deshalb gegen das Moos nicht durchsetzen kann. Um eine genauere Analyse zu betreiben und herauszufinden, ob die Wachstumsbedingungen optimal für den Rasen sind, sollten Sie auf den pH-Wert des Bodens achten. Ist dieser nicht im grünen Bereich, könnte es sich lohnen den Rasen zu sanden. Auch ein geeigneter Flüssigdünger verhilft dem Rasen zur alten Stärke. Damit verhindern Sie, dass sich das Moos ausbreitet und müssen sich darüber keine Sorgen machen.

Keine Natronlauge verwenden

In Abgrenzung zu dem hier präsentierten Natron könnten Sie auch auf die Idee kommen eine Natronlauge zu verwenden. Schließlich klingen diese beiden Mittel fast identisch und sollten für die Anwendung gleichermaßen unproblematisch sein?

Diese Einschätzung ist fahrlässig. Denn Natronlauge weist andere Eigenschaften auf und ist im Gegensatz zum gewöhnlichen Natron wesentlich gefährlicher. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu Reizungen und sogar Verätzungen der Haut oder Augen kommen. Sie besitzt eine starke Wirkung und ist daher nicht zu unterschätzen.

Im Garten angewandt zeigt sich die giftige Wirkung nicht nur beim Unkraut. Auch sämtliche Nutzpflanzen und der Boden werden verunreinigt, sodass eine langfristige Schädigung vorliegt. Natronlauge ist daher nicht im Garten einzusetzen.

Mit dem Natron das Unkraut vernichten

Bemerken Sie einzelne Stellen, bei denen das Unkraut zum Vorschein kommt und den Rasen verdrängt, sollten Sie nicht lange zögern und dieses einfache Hausmittel einsetzen. Mischen Sie das Natron mit kochendem Wasser und sprühen Sie es auf das Unkraut. Nach wenigen Wochen sollte sich eine deutliche Wirkung zeigen und das Unkraut zurückgehen.

Ist dies nicht der Fall dann wiederholen Sie die Anwendung. Helfen auch andere Mittel gegen das Unkraut nicht, könnten Sie eine spezielle Unkrautfolie verwenden. Diese wird unter der Grasnarbe verlegt und verhindert, dass Unkräuter sich in Ihrem Garten ausbreiten. Für Nutzpflanzen können Sie die Folie ebenfalls verwenden, indem Sie entsprechende Aussparungen lassen. Somit erhalten Sie eine langfristige Lösung ohne ständig dem Unkraut hinterherrennen zu müssen.

Für kleinere Gärten und einem überschaubaren Befall ist das Natron aber ein exzellentes Hausmittel, um dem Unkraut zu Leibe zu rücken.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.