Ihr Rasen benötigt ausreichend Nährstoffe, damit er sich prächtig entwickelt und in einem saftigen Grün erscheint. Zu Beginn der Saison bietet es sich daher an einen Dünger auszubringen und dem Boden die entzogenen Nährstoffe zurückzuführen.

Was Sie gut meinen, kann sich ins Gegenteil verkehren. Sie haben zu viel Dünger ausgebracht und Ihr Rasen erleidet einen Schaden.

Wie erkennen Sie, dass der Rasen überdüngt ist und welche Gegenmaßnahmen sind vorzunehmen? Erfahren Sie, wie Sie immer die optimale Menge an Rasendünger bereitstellen und eine Überdüngung vermeiden.

Können Sie einen Rasen überdüngen?

Rasen düngen - absterben
Bringen Sie zu viel Dünger aus, besteht die Gefahr, dass der Rasen abstirbt

Hersteller geben für den Dünger genaue Dosierempfehlungen. Damit sollten Sie wissen, wie viel des Mittels auf den Rasen gehört.

Im Zweifel bringen Sie lieber mehr aus und halten sich nicht an die Empfehlung. Etwas mehr auszubringen wird ja sicherlich nicht Schaden und dem Rasen vielleicht zusätzlich auf die Sprünge helfen?

Doch nicht immer verkraftet der Rasen die ausgebrachte Menge an Dünger. Im schlimmsten Fall kommt es dazu, dass der Rasen und andere Pflanzen absterben.

Der Grund hierfür liegt in der Wechselwirkung der einzelnen Bestandteile des Düngers. Geben Sie eine hohe Menge an Phosphat in den Boden, können Pflanzen Nährstoffe wie Eisen oder Mangan nicht mehr optimal aufnehmen. Gerade Eisen ist für die Gesundheit des Rasens wichtig und für den Sauerstofftransport unerlässlich.

Stickstoff ist als Inhaltsstoff bei Düngern beliebt. Er sorgt dafür, dass Rasen und Pflanzen förmlich in die Höhe sprießen. Das Wachstum könnte so schnell sein, dass bei Nutzpflanzen die Früchte zu klein geraten. Die Ernte fällt geringer aus und damit war das Wachstum zwar nett anzusehen, aber der eigentliche Ertrag fällt geringer aus.

Es ist also aufgrund der Wechselwirkungen der Nährstoffe möglich den Rasen zu überdüngen. Ein Überangebot eines Inhaltsstoffes kann die Aufnahme eines anderen Stoffes blockieren. Achten Sie daher immer darauf das Gleichgewicht einzuhalten, sodass das Düngen sich nicht als nachteilig herausstellt.

Anzeichen für einen überdüngten Rasen

Sie wissen nun, dass die Überdüngung des Rasens eine reale Gefahr ist. Im schlimmsten Fall stirbt der Rasen und die investierte Arbeit war umsonst. Damit dieser „Worst Case“ nicht eintritt, sollten Sie vorab auf die Warnhinweise eines überdüngten Rasens achten. In Abhängigkeit vom überschüssigen Nährstoff, bilden sich andere Symptome heraus.

Stickstoff

Stickstoff führt zu einem schnelleren Wachstum und sorgt dafür, dass der Rasen innerhalb kürzester Zeit die Wunschhöhe erreicht. Doch dieses Wachstum ist mit einigen Risiken verbunden.

Rasen und Pflanzen sind generell anfälliger und schwächer. Dies gilt gegenüber Pilzkrankheiten aber auch kälteren Temperaturen. Schäden zeigen sich schneller und die Widerstandskraft lässt zu wünschen übrig.

Die Farbe des Rasens erscheint in einem intensiven Grün. Was Sie als positives Zeichen wahrnehmen, könnte ein Symptom des überdüngten Rasens sein.

Phosphat

Wenn zu viel Phosphat im Boden vorhanden ist, zeigt sich dies an den Pflanzen nicht direkt. Sie können daher kaum erkennen, dass der Phosphatgehalt zu hoch ist.

Es besteht lediglich die Gefahr, dass das Phosphat aus dem Boden ins Grundwasser gewaschen wird. Dadurch entsteht dort eine höhere Belastung und das natürliche Gleichgewicht gerät aus der Balance.

Kalium

Die meisten Rasendünger enthalten Kalium. Kalium ist für die Regulierung des Wasserhaushaltes zuständig. In einer optimalen Menge sorgt er dafür, dass die Abwehrkräfte des Rasens zunehmen und dieser sich als widerstandsfähiger behauptet.

Ist zu viel Kalium ausgebracht worden, hemmt dies das Wachstum des Rasens. Zudem kann es vorkommen, dass Blattspitzen absterben und sich bräunliche Ränder bilden.

Magnesium

Ein Magnesiumdünger verspricht, dass die Abwehrkräfte des Rasens gestärkt werden und das Wachstum im Frühjahr besser verläuft. Magnesium gilt als Grundlage des grünen Blattpigmentes Chlorophyll und ist daher essenziell für die Photosynthese.

Liegt zu viel Magnesium vor, sind die Auswirkungen ähnlich wie beim Kalium. Das Wachstum wird gehemmt und der Rasen verfärbt sich gelblich. Der Prozess der Photosynthese wird gestört, weshalb die Verfärbung auftritt.

Weshalb erscheinen verbrannte Stellen?

Bei einer Überdüngung kann es dazu kommen, dass einige Stellen im Rasen sich braun verfärben. Es entsteht der Anschein, als würde der Rasen verbrennen, weil er zu stark der Sonne ausgesetzt ist.

Die Ursache für kahle Stellen, könnte im Überdüngen liegen. Für gewöhnlich nehmen Pflanzen das Wasser über einen osmotischen Prozess auf. Die Pflanzenzellen besitzen eine hohe Konzentration an Ionen, während mm Boden die Ionen-Konzentration niedriger ist. Das Wasser versucht das osmotische Gefälle auszugleichen und reichert sich in den Pflanzenzellen an.

Ist der Rasen überdüngt, befinden sich viele Ionen, aufgrund des Nährstoffes, außerhalb der Wurzel. Die Konzentration ist so hoch, dass kein osmotisches Gefälle entsteht. Übersteigt die Ionenzahl des Bodens sogar die der Wurzel, wird dem Rasen sogar Wasser entzogen. Das Wasser aus dem Rasen wandert zum Boden, um dort das Ungleichgewicht auszugleichen.

Der Rasen verdurstet förmlich und stirbt an den betroffenen Stellen ab. Ähnlich ist der Effekt, wenn Sie Streusalz ausgeben und auf diese Weise das Wasser entziehen.

Was können Sie gegen den überdüngten Rasen tun?

Rasen - Wasser ausbringen
Bewässern Sie den Rasen, um den Flüssigdünger zu verdünnen

Haben Sie Ihr Missgeschick bemerkt und stellen selber fest, dass Sie zu viel Dünger ausgebracht haben, lässt sich der Schaden begrenzen. Dies ist abhängig davon, ob Sie ein Granulat oder einen Flüssigdünger ausgebracht haben.

Beim Granulat ist die Gegenmaßnahme recht einfach. Sie entfernen das Düngemittel entweder per Hand oder mit einem Rechen. Tragen Sie dabei Handschuhe, um nicht in direkten Kontakt mit dem Dünger zu kommen.

Bei einem Flüssigdünger erweist sich die Gegenmaßnahme als schwieriger. Den Dünger an sich können Sie kaum entfernen. Es hilft aber, wenn Sie den Rasen wässern und auf diese Weise den Dünger verdünnen.

Zeigen sich braune und kahle Stellen, hilft nur noch eine Rasenreparatur. Säen Sie einen neuen Rasen, welcher hoffentlich nicht mehr der Überdüngung zum Opfer fällt.

Vermeiden Sie die Überdüngung

Ein Überdüngen lässt sich mit etwas Vorsicht und einer gründlichen Vorbereitung vermeiden. Dann vermeiden Sie eine Überdüngung des Rasens und können sich sicher sein, dass die Schäden nicht auftreten.

Organischer Dünger

Anstatt auf künstliche Dünger zurückzugreifen, die zwar eine hohe Effektivität anpreisen, aber über das Ziel hinausschießen können, bietet es sich an einen organischen Dünger zu verwenden. Diese besitzen eher eine Langzeitwirkung, sodass es seltener vorkommt, dass der Rasen überdüngt ist.

Mineralischer Dünger

Setzen Sie auf einen mineralischen Dünger, dann halten Sie sich streng an die Dosierempfehlung des Herstellers. Sie wissen nun, dass es schädlich ist, wenn der Rasen überdüngt ist. Somit ist beim Düngen darauf zu achten, dass Sie immer die korrekte Menge ausbringen.

Streuwagen einsetzen

Per Hand einen Rasen düngen ist nicht nur mit einem hohen Aufwand verbunden, es ist auch schwieriger die Dosierung genau einzuschätzen. Häufig ist das Düngemittel ungleich verteilt, sodass manche Stellen überdüngt sind, während andere ruhig mehr Nährstoffe vertragen könnten.

Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob der Streuwagen funktioniert und gleichmäßig den Rasendünger ausbringt. Dann kann praktisch nichts mehr schiefgehen und der Boden erhält die benötigten Stoffe, damit der Rasen gesund heranwächst.

Ein überdüngter Rasen

Für Ihren Garten möchten Sie nur das Beste. Daher gehen Sie lieber großzügiger vor, wenn Sie den Rasendünger ausbringen. Doch was im ersten Moment logisch erscheint, kann sich zum Nachteil herausstellen.

Ist der Rasen überdüngt, nimmt dieser einen Schaden und kann im Extremfall absterben. Daher sollten Sie dringend die Überdüngung vermeiden und mit den hier vorgestellten Maßnahmen darauf achten, dass im Boden die optimale Menge an Nährstoffen bereitsteht.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.