Leidet Ihr Garten unter einer Übervölkerung von Schnecken und möchten Sie diese gerne loswerden, dann ist Schneckenkorn ein Mittel, dass immer gerne genannt wird. Schließlich lassen sich mit diesem chemischen Mittel die Schnecken töten und der Garten wird wieder schneckenfrei.

Zumindest ist dies die Wunschvorstellung. Wie bei jedem chemischen Mittel, dass zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird, hat auch das Schneckenkorn erhebliche Nachteile und negative Auswirkungen auf die Umwelt. 

Sollten Sie lieber ganz auf das Schneckenkorn verzichten oder gibt es dennoch sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten? Und gibt es alternative natürlichere Methoden, um die Schnecken aus dem Garten zu vertreiben?

Welche Schaden können Schnecken anrichten

In der Natur gibt es einige Arten von Schnecken. Dazu gehören zum Beispiel interessant aussehende Arten wie der Tigerschnegel oder er Blauschnegel. Diese sind für den Garten sogar nützlich und sollten daher von jedem Gärtner willkommen sein.

Leider sind diese Arten deutlich in der Unterzahl und im Garten lässt sich vermehrt die Spanische Wegschnecke vorfinden. Diese Nacktschnecke ist für den Garten sehr gefährlich. Denn diese Schnecke ernährt sich vorwiegend von Blättern und greift die Pflanzen an. Auf Grund ihres bitteren Schleims wird sie teilweise von natürlichen Fressfeinden gemieden. 

Dies bedeutet, dass diese Schnecke im Garten keine natürlichen Feinde hat und sich ungehindert fortpflanzen kann. Wenn Sie im Garten solch eine Nacktschnecke vorfinden, dann sollten Sie diese so schnell es geht bekämpfen.

Andernfalls haben innerhalb kürzester Zeit eine Schneckenplage und Ihre Pflanzen werden stark angegriffen.

Was ist Schneckenkorn

Schneckenkorn ist ein chemisches Ungeziefervernichtungsmittel, dass gegen Schnecken eingesetzt wird und diese tötet. Das Mittel hat eine Lockwirkung auf die Schnecken und wenn die Schnecken das Mittel verspeisen oder nur mit diesem in Kontakt treten tritt die tödliche Wirkung ein.

Das Schneckenkorn wird zu den Molluskiziden gezählt. Es ist also ein Bekämpfungsmittel, das gezielt gegen Weichtiere wie Schnecken eingesetzt wird. Es unterscheidet nicht zwischen Schadtieren und Nützlingen. Schnecken jeder Art werden von diesem Mittel getötet.

Im Handel gibt es Schneckenkorne mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Je nachdem welcher Wirkstoff eingesetzt wird, ist auch die Auswirkung auf die Schnecke unterschiedlich.

Manche Mittel wirken bei direktem Kontakt und töten die Schnecken sofort. Die toten Schnecken müssen dann von Ihnen aufgesammelt oder vergraben werden. Andernfalls locken Sie weitere Schnecken oder andere Tiere an.

Es gibt aber auch Mittel, welche erst zeitverzögert Ihre tödliche Wirkung zeigen. Der Vorteil besteht hierbei, dass die Schnecke sich zunächst in Ihren Unterschlupf zurückziehen kann. Dort haben Sie nicht die Mühe, die Schnecke erst begraben zu müssen, sondern können diese im Unterschlupf belassen.

Welche Wirkstoffe gibt es 

Schneckenkorn - Chemie
Das Schneckenkorn ist ein giftiges chemisches Mittel

Im Handel waren zunächst drei Wirkstoffe zugelassen. Methiocarb ist seit 2014 jedoch nicht mehr zugelassen und ist im freien Handel nicht mehr erhältlich.

Somit gibt es nur noch Schneckenkorn, welches entweder auf Metaldehyde oder Eisen(III)phosphat setzt. Die genaue Wirkung und Zusammensetzung des Schneckenkorns ist jedoch abhängig vom Hersteller. Diese geben die Zusammensetzung des Schneckenkorns nicht preis und somit ist eine genaue Übersicht über die Wirkweise kaum möglich.

Die Geheimhaltung der Hersteller ist ein erster Kritikpunkt. Denn es ist kaum abzusehen, welche Wirkstoffe letztlich auch die Erde belasten und möglicherweise von den Pflanzen aufgenommen werden.

Am Ende könnten Sie Inhaltsstoffe über die Nahrung aufnehmen, die auf Dauer ungesund sind und Krankheiten auslösen können.

Metaldehyd

Der Wirkstoff Metaldehyd ist in vielen Varianten des Schneckenkorns enthalten. Es ist jedoch sowohl für die Schnecken, als auch für den Menschen giftig.

Die Schnecken sterben nicht direkt am Gift, sondern weil Sie versuchen dieses aus dem Körper zu schwemmen. Denn nur auf diese Weise können Sie die Einnahme des Giftstoffes überleben. Letztlich sterben die Schnecke am hohen Wasserverlust. An regnerischen Tagen besteht allerdings auch die Chance, dass die Schnecken die Einnahme dieses Giftes überleben.

Für den Menschen kann die Einnahme dieses Giftstoffes mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen einhergehen. Für Kinder kann dies eine Gefahr darstellen, da deren Immunsystem noch anfälliger gegen diesen Giftstoff ist. 

Eine wirkliche Gefahr tritt allerdings erst auf, wenn Kinder eine beträchtliche Menge des Schneckenkorns zu sich nehmen. Wenn mehr als 100 Körner aufgenommen werden, kann es zu Zittern, Muskelkrämpfen und einem komatösem Zustand kommen.

Ist die Konzentration zu hoch, kann auch der Tod eintreten. Die schwerwiegenden Symptome treten etwa 1 bis 3 Stunden nach der Aufnahme des Schneckenkorns ein. Allerdings verhindern die Bitterstoffe in der Regel, dass Kinder solch große Mengen zu sich nehmen.

Eisen-(III)-Phosphat

Der alternative Wirkstoff Eisen-(III)-Phosphat zählt zwar auch zu den chemischen Mitteln, ist aber in der biologischen Landwirtschaft zugelassen.

Dieses mittel wirkt, indem es den Mund und Rachenraum der Schnecken verschließt. Diese können keine Nahrung mehr aufnehmen, ziehen sich zurück in ihren Unterschlupf und sterben dort auf Grund der mangelnden Nahrungszufuhr. 

Die Wirkung tritt also etwas zeitverzögert auf. Dies kann auch bedeuten, dass die Schnecken vor ihrem Ableben noch Eier legt. Somit kann eine neue Generation heranwachsen, die für die Pflanzen und den Garten wiederum eine große Bedrohung darstellen.

Da die Schnecken in der Erde verbleiben und nicht vollständig aufgesammelt werden können entsteht ein Verwesungsgeruch. Dieser mag für den Menschen zwar kaum wahrnehmbar sein, er ist jedoch ein Lockstoff der Schnecken. 

Das Eisen ist für die Umwelt zwar etwas bekömmlicher, aber auch nicht vollkommen ungefährlich. Kinder stehen zwar nicht in der Gefahr eine tödliche Dosis aufnzunehmen, dennoch sollte der Kontakt vermieden werden.

Um Reizungen vorzubeugen sollten nach jedem Kontakt die Hände gewaschen werden.

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Anwendung des Schneckenkorns

Wenn Sie trotz der Risiken das Schneckenkorn einsetzen möchten, dann sollten Sie auf eine optimale Anwendung achten. Denn nur beim richtigen Umgang mit den Mitteln können diese Ihren Garten effektiv schützen.

Falls Sie Schnecken im Garten entdecken, sollten Sie nicht zögerlich reagieren, sondern dass Schneckenkorn so früh wie möglich einsetzen. Dies verhindert, dass die Schnecken sich ausbreiten können und zu einer echten Plage werden.

Pro Quadratmeter sollten etwa 20 bis 40 Körner ausgebracht werden. Hierbei muss aber in jedem Fall die Packungsbeilage gelesen werden.

Das Schneckenkorn wird zwischen den betroffenen Pflanzen ausgestreut. Die Menge sollte gleichmäßig über der Erde verteilt werden. Gehen Sie lieber sparsam vor, als zu viel Schneckenkorn in Ihrem Garten zu verteilen.

Bei der Verwendung von Metaldehyl gibt es die Einschränkung, dass dieses pro Befall nur zwei Mal verwendet werden darf. So wird die Belastung für die Umwelt minimiert. Zwischen den Anwendungen ist ein Zeitabstand von 14 Tagen einzuhalten. 

Mittel mit Eisen-(III)-Phosphat dürfen pro Saison vier Mal ausgebracht werden.

Die beste Ausbringungszeit ist am Abend. Da Schnecken nachtaktiv sind, werden diese das Schneckenkorn in der Nacht zu sich nehmen. Zudem sind das Risiko, dass andere Tiere die Giftköder aufnehmen.

Um die optimale Ausbringungsmenge zu erreichen sollten Sie die mitgelieferte Dosierhilfe verwenden. Diese ermöglicht es Ihnen das Schneckenkorn nicht zu überdosieren.

Zum Eigenschutz sollten Sie Handschuhe tragen. Die Mittel können Hautreizungen auslösen. Bei Kontakt waschen Sie die betroffene Stelle gründlich ab.

Die Lagerung sollte so erfolgen, dass diese sowohl für Kinder als auch Tiere unerreichbar ist. Andernfalls können Tiere mit dem Mittel in Kontakt treten.

Schneckenkorn und Haustiere

Schneckenkorn ist für Mensch und Schnecken giftig. Kleinkinder können bei einer hohen Dosierung unter Bauchschmerzen leiden und das Mittel erbrechen. 

Hohe Dosierungen werden jedoch verhindert, indem die Mittel stark bitter schmecken. Vergiftungen sind für Kinder also äußerst selten.

Doch vielleicht haben Sie Katzen oder Hunde im Haushalt und Sorge, dass diese das Mittel fressen könnten?

Vergiftungen beim Hund

Was für Kinder noch leicht abstoßend schmeckt ist für Hunde relativ lecker. Hunden scheint das Schneckenkorn gut zu schmecken und diese haben kein Problem dieses in größeren Mengen zu fressen. Dies kann offensichtlich zu Beschwerden führen und bei einer Überdosis auch zum Tod.

Das Schneckenkorn wirkt schneller als Rattengift. Erste Symptome treten bereits nach 30 bis 60 Minuten auf. Dazu zählen neben Erbrechen auch eine allgemeine Unruhe des Hundes.

Die Symptome sind allerdings sehr unspezifisch und selten lässt sich der Zusammenhang mit dem Schneckenkorn sofort herstellen. Im Erbrochenen können Sie teilweise aber noch Reste des Schneckenkorns entdecken.

Ist dies der Fall und Sie gehen von einer Vergiftung mit Schneckenkorn aus, dann helfen Kohletabletten, um das Gift zu binden. Die Kohletabletten sind in jedem Haus gut aufgehoben und sollten immer vorrätig sein.

Nach der Gabe der Kohletabletten ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig. Dieser kann weitere Untersuchungen durchführen. Eine Probe des Erbrochenem kann zu Analysezwecken ebenfalls mitgenommen werden.

Nicht selten führt eine Vergiftung mit Schneckenkorn jedoch zum Tod. Daher sollte auf das Ausbringen des Mittels verzichtet werden, wenn ein Hund im Haushalt ist.

Risiken für Katzen

Auch für Katzen stellt das Schneckenkorn eine Bedrohung dar. Die Katzen können den Giftstoff aufnehmen und innerhalb kürzester Zeit kommt es zum Erbrechen und Muskelkrämpfen.

Auf Grund der Krämpfe wird die Katze anfangen zu hecheln. Ähnlich wie beim Hund sollten Sie bei den ersten Anzeichen einer Vergiftung mit dem Schneckenkorn Kohletabletten einsetzen. Diese binden das Gift und die Katze hat die Möglichkeit sich zu erholen.

In jedem Fall ist aber auch hier der Gang zum Tierarzt notwendig. Andernfalls besteht die hohe Gefahr, dass die Katze durch die hohe Körpertemperatur stirbt.

Gefahren des Schneckenkorns

Das Schneckenkorn ist nicht nur gegen die Schnecken wirksam, sondern kann auch den Menschen und Haustiere angreifen. Doch welche Gründe gibt es noch, die gegen die Anwendung des Schneckenkorns sprechen?

Nützliche Schnecken werden getötet

Schneckenkorn - Weinbergschnecke
Durch das Schneckenkorn werden auch nützliche Schnecken, wie die Weinbergschnecke getötet

Mit Hilfe des Schneckenkorns sollen vor allem die Schädlinge getötet werden. Diese richten im Garten einen hohen Schaden an und befallen die Blätter und Pflanzen. 

Doch nicht alle Schnecken sind schädlich. Viele Schneckenarten ernähren von abgestorbenen oder kranken Pflanzen. Sie stellen also ein natürliches Gleichgewicht her und kümmern sich um Pflanzenreste.

Das Schneckenkorn stellt allerdings auch für diese Schnecken eine große Bedrohung dar. Die Weinbergschnecke steht unter Naturschutz und wird durch das Schneckenkorn ebenfalls getötet.

Im Gegensatz zu der spanischen Wegeschnecke vermehren sich Weinbergschnecken nicht so schnell und die Bedrohung durch das Schneckenkorn kann die Population stark dezimieren.

Natürliche Feinde werden bedroht

Schneckenkorn - Igel
Der Igel wird ebenfalls vergiftet und bedroht

Die spanische Wegeschnecke hat zwar nicht viele Feinde, doch Igel, Frösche und Vögel sind dennoch wichtig, um den Bestand der Schnecken zu dezimieren. Sie fressen die Jungtiere und Eier. Die Wegeschnecke wird durch die Fressfeinde zumindest etwas dezimiert.

Frisst ein Igel eine vergiftete Schnecke, nimmt der Igel das Gift ebenfalls auf und wird durch dieses bedroht. Hat der Igel mehrere Schnecken gefressen steigt die Dosis, welche dann schon tödlich sein kann.

Negative Folgen können sein, dass die Fressfeinde die Schnecken meiden, um keine gesundheitlichen Schäden davonzutragen oder dass diese sogar sterben.

Langfristige Wirkung ungewiss

Schnecken machen zwar nicht den Eindruck, aber sie sind Reviertiere. Wenn Sie die aktuelle Schneckenplage bekämpfen, dann werden neue Schnecken den Raum nutzen und scih im Garten breit machen.

Die Anwendung des Schneckenkorns müsste also ständig wiederholt werden, um einen echten Effekt zu zeigen. Da die natürlichen Feinde ebenfalls getötet werden kann sich ein langfristiges Gleichgewicht kaum einstellen.

Somit zeigt sich das Schneckenkorn für die langfristige Bekämpfung der Schnecken als relativ wirkungslos.

Alternativen zum Schneckenkorn

Das Schneckenkorn stellt ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Schnecken dar. Doch wenn Sie auf Nachhaltigkeit Wert legen, dann sollten Sie zu alternativen Mitteln gegen die Schnecke greifen.

Zahlreiche Hausmittel gegen die Schnecke sind wirkungsvoll und einfach zu nutzen zugleich. So können Sie versuchen die Schnecken mit einem Kupferdraht fernzuhalten oder Sägespähne verteilen.

Als sehr wirksam hat sich zudem der Schneckenzaun gezeigt. Dieser ist für diese Schnecken nicht überwindbar und stellt eine tierfreundliche Barriere dar.

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