Ein oftmals unterschätzter Schädling im Garten ist die Schnecke. Sie bewegt sich zwar nur langsam fort, doch im Garten sind die angerichteten Schäden dennoch beachtlich. Sie frisst Ihre Pflanzen an und sorgt dafür, dass die Ernte geringer ausfällt.

Welche Pflanzen sind für die Schnecke besonders attraktiv und was fressen diese kleinen Tierchen bevorzugt?

Der Speiseplan der Schnecken

Die Schnecke gilt als Allesfresser. Neben Pflanzen bedeutet dies, dass sie auch Pilze und selbst tote Tiere frisst. Bevorzugt werden von ihr gesunde Pflanzen, die in Ihrem Garten wachsen. Dabei stehen Gemüsepflanzen besonders hoch im Kurs. Versuchen Sie in Ihrem Garten Gemüse anzubauen, sollten Sie Vorsichtsmaßnahmen gegen die Schnecke treffen.

Tomate - Schnecken
Tomaten und anderes Gemüse steht bei Schnecken hoch im Kurs

Hier eine Übersicht, was Schnecken gerne fressen:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Kohlblätter
  • Eierschalen
  • Karottenkraut
  • Löwenzahn
  • Petersilie
  • Erdbeeren

Sie merken, dass die Bandbreite an essbaren Pflanzen sehr vielfältig ist. Schnecken bevorzugen eine abwechslungsreiche Kost und machen auch vor Zierpflanzen nicht halt. Manche Blüten sind für die Schnecken schmackhaft und fallen ihnen zum Opfer. Entdecken Sie Schnecken in Ihrem Garten sollten Sie diese so schnell wie möglich bekämpfen, um einen weiteren Befall zu verhindern.

Bierhefe

Etwas außergewöhnlich scheint, dass die Schnecke auf Bierhefe reagiert. Diesen Umstand können Sie sich zunutze machen, wenn Sie Schnecken im Garten entdecken und diese in die Falle locken wollen. Eine Bierfalle gilt als populäres Lockmittel, um die Schnecke von den eigenen Pflanzen abzuhalten.

Die Wirkung der Bierfalle ist allerdings so gut, dass das Aufstellen in der Regel den gegenteiligen Effekt hervorruft. Denn der Geruch zieht Schnecken selbst in einem Umkreis von mehreren hundert Metern an. Dies führt dazu, dass sich Schnecken selbst weit entfernt auf den Weg zu Ihren Garten machen. Mit der Bieferfalle locken Sie also eine Vielzahl der Schnecken überhaupt erst in Ihren Garten. Daher sollten Sie lieber zu anderen Methoden greifen, um die Schnecken loszuwerden.

Kannibalistische Schnecken

Die kleinen Schädlinge sind keineswegs Vegetarier. Sie ernähren sich auch von Aas und manche Schnecken machen vor den Artgenossen keinen Halt. Dazu gehört zum Beispiel der Tigerschnegel.

Der Tigerschnegel verzichtet komplett auf den Verzehr Ihrer Pflanzen oder Blumen. Er ernährt sich überwiegend von anderen Schnecken. Es konnte beobachtet werden, dass der Tigerschnegel andere ausgewachsene Schnecken verspeist. Zwar bevorzugt er die besser bekömmlichen Eier, doch auch lebende Schnecken stehen auf seinem Speiseplan.

Als natürlicher Fressfeind können Sie den Tigerschnegel als Freund im Garten betrachten. Er dezimiert die Schneckenplage und schützt somit Ihre Pflanzen.

Gehäuseschnecke

Gehäuseschnecke - Garten
Die Gehäuseschnecke gilt als nützlicher Helfer, da sie sich von alten Pflanzenteilen ernährt

Neben dem Tigerschlegel erweist sich auch die Gehäuseschnecke als Unterstützung im Garten. Sie frisst nicht andere Schnecken, sondern hat sich auf abgestorbene Pflanzenteile spezialisiert.

Geht es Ihren Pflanzen nicht so gut und erscheinen manche Blätter kraftlos, ist die Gehäuseschnecke ein echter Helfer. Sie frisst die alten, abgestorbenen Pflanzenteile und ermöglicht auf diese Weise das Heranwachsen von neuen Trieben. Gleichzeitig erweisen sich die Ausscheidungen dieser Schnecke als wertvoller Dünger. Der entstandene Humus wertet den Boden auf und verhilft Ihren Pflanzen zu einem besseren Wachstum.

Nacktschnecken

Nacktschnecke - Futter
Die Nacktschnecke wird im Garten gefürchtet, da sie sich von gesunden Pflanzen ernährt

Wenn die Schnecke als Schädling betrachtet wird, handelt es sich überwiegend über Nacktschnecken. Diese Schneckenart ist bekannt dafür über Ihre Pflanzen herzufallen und einen großen Schaden im Garten anzurichten.

Sie bevorzugen die aufgelisteten Gemüse- und Pflanzenarten. Dabei gehen sie wenig zimperlich vor und fressen sowohl gesunde als auch junge Pflanzenteile. Ihr Hunger ist so groß, dass der Befall dazu führt, dass die Pflanzen absterben. Um Ihren Garten zu schützen, sollten Sie die Nacktschnecke so effektiv wie möglich bekämpfen.

Was fressen Schnecken im Aquarium?

Eine besonderer Unterart sind Schnecken im Aquarium. Diese werden meist über kontaminierte Pflanzen eingeschleppt und breiten sich dort ungehindert aus. Mit einer Schneckenfalle für das Aquarium gelingt es Ihnen die kleinen Schädlinge einzufangen und wieder nach draußen zu setzen. Andernfalls vermehren sich die Schnecken in großer Zahl und der Platz für Ihre Fische nimmt ab.

Im Aquarium ernähren sich die Schnecken vorwiegend von abgestorbenen Pflanzenteilen und dem Fischfutter. Daher sollten Sie bei der Dosierung darauf achten, dass Sie nicht zu viel Futter ausbringen. Geben Sie nur so viel Futter aus, wie Ihre Fische auch wirklich benötigen. Dann bleibt weniger für die Schnecken übrig, sodass Sie deren Wachstum einschränken. Da die Fische schneller das Futter erreichen sind die Schnecken darauf angewiesen das Überschüssige zu verwerten.

Welche Pflanzen meiden Schnecken?

Obwohl sich die meisten Schnecken als Allesfresser etabliert haben, heißt dies zum Glück nicht, dass sie alle Pflanzen mögen. Vor manchen nehmen sie sogar einen großen Abstand und lassen sie gänzlich in Ruhe.

Einige Blumen und Stauden gelten als schneckenresistent. Dies liegt daran, dass sie über Bitterstoffe verfügen, die für die Schnecke wenig angenehm sind. Bei Gemüsepflanzen wurde dieser natürliche Schutz herausgezüchtet, da auch der Mensch die Bitterstoffe nicht mag.

Schmecken die Blumen und Stauden bitter, machen die Schnecken um diese normalerweise einen großen Bogen. Daher lohnt es sich den Garten nicht nur in einer Monokultur zu bepflanzen, sondern zwischen dem Gemüse die Zierpflanzen anzubringen.

Minze gegen Schnecken
Schnecken gehen aufgrund der intensiven ätherischen Öle bei der Minze auf Abstand

Als besonders wirkungsvoll erweist sich die Minze. Die ätherischen Öle der Minze wirken für die Schnecke so abstoßend, dass sie einen größeren Abstand einhält. Auf diese Weise errichten Sie eine natürliche Barriere und verhindern, dass die Schnecke zu Ihren Gemüsepflanzen durchdringt.

Wie schützen Sie Ihren Garten vor Schnecken?

Finden Sie die Schnecken in Ihre Garten vor, sollten Sie unverzüglich damit beginnen diese zu bekämpfen. Andernfalls breiten sie sich ungehindert aus und die nächste Generation an Schnecken wächst heran.

  • Schnecken einfangen

Die wohl tierfreundlichste, aber gleichzeitig auch aufwendigste Methode besteht darin die Schnecken einzeln einzufangen und außerhalb des Gartens wieder auszusetzen. Befinden sich nur wenige Schnecken in Ihrem Garten ist dies durchaus ein probates Mittel. Setzen Sie die Schnecken einige Hundert Meter entfernt aus, damit sie nicht so schnell wieder den Weg zurück finden. Fühlen sich die Schnecken im neuen Lebensraum wohl, werden sie sich vom Garten fernhalten.

  • Schneckenzäune

Schnecken erweisen sich als geschickte Kletterer. Doch nicht auf jedem Untergrund fühlen sie sich wohl. Eine unüberwindbare Barriere scheint Kupfer zu sein. Indem Sie Kupferdraht um die Beeteinfassungen anbringen oder einen Zaun gestalten, werden Schnecken keinen Zugang zu Ihren Pflanzen erhalten.

Herkömmliche Schneckenzäune sind zudem so gestaltet, dass diese nicht erklommen werden können. Dies liegt daran, dass über einen Überhang verfügen, vor welchem sich die Schnecken fürchten.

  • Schneckenkorn

Eine brachiale Methode besteht in dem Ausbringen von Schneckenkorn. Dieses Mittel ist für die Schnecken giftig und bekämpft sie effektiv. Allerdings besteht auch für andere Gartenbewohner die Gefahr, am Schneckenkorn zu verenden. Daher sollten Sie lieber auf natürlichere Mittel zurückgreifen, um die Schnecken zu vertreiben.

Die gefräßige Schnecke

Die meisten Schnecken machen sich liebend gern über Ihre Nutz- und Gemüsepflanzen her. Diese sind nicht nur für den Menschen schmackhaft, sondern auch für die kleinen Schädlinge. Daher fressen Schnecken bevorzugt diese nahrhaften Pflanzen.

Uninteressant sind hingegen die meisten Zierpflanzen sowie Stauden. Diese verfügen noch über die natürlichen Bitterstoffe, weshalb sie für Schnecken ungenießbar sind. Ebenso erweist sich die Minze als wahre Geheimwaffe gegen die Schnecke. Die ätherischen Öle sind so effektiv, dass die Schnecke es nicht wagt in ihre Nähe zu kommen. So schützen Sie auf einfache Weise Ihren Garten und verhindern, dass sich die Schnecke dort ausbreitet und die Gemüsepflanzen verputzt.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.