Blattläuse können selbst auf den entlegensten Plätzen noch vorkommen. Nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon können die Blattläuse die Pflanzen befallen und dort Schaden anrichten. Doch wie können so kleine Tiere eigentlich solch verwinkelte Pflanzen erreichen und wo kommen Sie eigentlich her?

Die Frage woher die Blattläuse kommen und wie diese sich fortpflanzen wird nun im folgenden Artikel beantwortet.

Produkte zur Blattlausbekämpfung

Die Fortpflanzung der Blattläuse

Um zu verstehen, woher die Blattläuse kommen sollte der Lebenszyklus verstanden werden. Denn das Leben und die Fortpflanzung verläuft bei Blattläuse auf eine ganz andere Art und Weise wie dies zum Beispiel beim Menschen der Fall ist.

Blattläuse haben nämlich keine einheitliche Fortpflanzungsmethode. Vielmehr kommt es darauf an, in welcher Generation die Blattlaus ist, und unter welchen Lebensbedingungen diese lebt. So kann die Methode der Fortpflanzung durchaus variieren.

Als Grundlage dient hier die Paarung von Männchen und Weibchen. Ähnlich wie beim Menschen werden hier gemeinsam Nachkommen gezeugt. Nach diesem also eher bekannten Vorgang folgt allerdings der interessante Teil.

Denn viele nachfolgende Generationen werden ganz ohne Paarung von männlichen und weiblichen Blattläuse geboren. Die Blattlausweibchen gebären nun lebende Nachkommen. Dies ist ein Unterschied zu der ersten Blattlausgeneration, die sich aus der Paarung ergeben. Hier werden Eier abgelegt, aus denen die Blattläuse schlüpfen.

Je nach Art können auf eine Generation mit geschlechtsreifen Tieren, bis zu 40 Generationen folgen, bei denen nur die Weibchen lebende Nachkommen gebären. Dieser Vorgang wird auch als Jungferngeburt bezeichnet, da hier keine Befruchtung der Weibchen vorliegt.

Dieser Vorgang ist für die Blattläuse von Vorteil, da hier nur sehr wenig Energie in die Fortpflanzung investiert werden muss, aber gleichzeitig eine Vielzahl von Nachkommen auf die Welt gebracht werden können.

Wird die Population an einem Ort zu viel, bilden die Blattläuse zudem Flügel aus, mit deren Hilfe Sie auf angrenzende Pflanzen fliegen können. Mit eigener Kraft können Sie zwar keine große Strecken überwinden, aber mit der Unterstützung des Windes sind durchaus beachtliche Wege möglich.

Ob Blattläuse Flügel ausbilden und sich fortbewegen hängt zudem von der Umgebung ab. Interessanterweise bilden die aktuellen Generationen der Blattläuse auch dann Flügel aus, wenn Fressfeinde in der Nähe sind. Ist die Population zum Beispiel durch Marienkäfer bedroht können Blattläuse mit Hilfe der Flügel andere Pflanzen erreichen und dort neue Kolonien gründen.

Woher die Blattläuse kommen

Die Antwort woher die Blattläuse kommen hängt also stark von der Fortpflanzung der Blattläuse ab. So sollte es doch sehr verwunderlich sein, dass im Frühjahr nach dem letzten Frost bereits Pflanzen von Blattläusen befallen wurden.

Wie können die Blattläuse also in so kurzer Zeit den Garten befallen und wo kommen diese her?

Die Antwort darauf hat nicht direkt mit dem Frühjahr zu tun, sondern schon mit dem Herbst und der Überwinterung. Denn auch wenn Blattläuse nicht gerade sehr robust aussehen, haben Sie es dennoch geschafft bereits seit der Kreidezeit erfolgreich zu überleben.

Auch wenn die Blattlaus an sich sehr anfällig gegen Frost und andere Umwelteinflüsse sein mag, sind die Eier durchaus widerstandsfähig. Die Lösung woher die Blattläuse kommen ist in den befruchteten Eiern im Herbst zu finden.

Hier paaren sich die männlichen und weiblichen Blattläuse und die befruchteten Eier werden an geschützten Stellen abgelegt. Im Frühjahr können dann die ersten Weibchen schlüpfen und auch wenn diese noch nicht sehr zahlreich sind, können diese durch die Jungferngeburt schnell die Zahl der Nachkommen erhöhen.

Die nachfolgenden Generationen können Flügel ausbilden, wenn der Platz auf dem derzeitigen Wirt zu eng wird. So können die Blattläuse mit Unterstützung des Windes größere Distanzen überwinden. Die Blattläuse werden also mit dem Wind in Ihren Garten oder den Balkon befördert. Auf diese Weise werden leider auch die Krankheiten übertragen.

Der Befall von Rosen

Rosen und Blattläuse

Bei Rosen sieht der Befall von Blattläusen noch ein mal etwas anders aus. Rosen werden häufiger von Blattläusen befallen, die eine besondere Symbiose eingehen. Diese Symbiose hängt nicht direkt mit den Rosen zusammen und kann auch bei anderen Pflanzen auftreten, in Verbindung mit den Rosenpflanzen ist allerdings häufiger zu beobachten, dass Ameisen und Blattläuse in Symbiose leben.

Doch welche Besonderheit ergibt sich hier?

Aufmerksame Gärtner, die den Blattlausbefall bekämpfen möchten, haben vielleicht schon des Öfteren beobachten können, dass Rosen mal frei von Blattläusen sind und am nächsten Tag wieder komplett mit Blattläusen bedeckt sind.

Dies liegt nicht etwa daran, dass Blattläuse so unglaublich mobil sind, dass Sie die Pflanzen mühelos erklimmen können, sondern dass Sie auf die Hilfe einer anderen Spezies vertrauen können.

Ameisen ernähren sich nämlich von den Ausscheidungen der Blattläuse. Diese Ausscheidungen sind sehr stark zuckerhaltig und für die Ameisen eine willkommene Mahlzeit. Daher werden die Blattläuse von den Ameisen auch gerne als „Haustiere“ gehalten. Das bedeutet, dass die Ameisen sich um die Blattläuse kümmern, diese pflegen und im Gegenzug sich von deren Ausscheidungen ernähren.

Zu der Pflege gehört auch, dass die Ameisen die Blattläuse zu den Pflanzen tragen, oder diese in den Ameisenbau transportieren. Wird eine Gefahr durch Fressfeinde ausgemacht werden die Ameisen in Alarmbereitschaft versetzt. Nun setzen diese alles daran, die Blattläuse von den Pflanzen in den sicheren Ameisenbau zu transportieren. Im Ameisenbau können die Blattläuse einen sicheren Unterschlupf finden und einige Tage verbringen, bis die Gefahrensituation vorüber ist.

Scheint es wieder sicher außerhalb des Baus, werden die Blattläuse zu den Pflanzen getragen, wo diese sich wieder vom Pflanzennektar ernähren können.

Durch dieses Phänomen kann es vorkommen, dass der Befall der Rosen stark schwankend erscheint. In Wirklichkeit wurde die Zahl der Blattläuse allerdings nicht verringert, sondern diese sind nur für kurze Zeit an einem anderen Ort.

Im Frühjahr werden die Rosen zudem gerne von den geflügelten Blattläusen heimgesucht. Hier können Sie eine neue Kolonie gründen und mit der Fortpflanzung schon innerhalb kürzester Zeit eine riesige Population aufbauen.

Angebot
Celaflor Schädlingsfrei Careo...
333 Bewertungen
Celaflor Schädlingsfrei Careo...

  • Hochwirksames Mittel gegen saugende und beißende Schädlinge an Gemüse und Zierpflanzen im Zimmer, auf Balkonen, im Gewächshaus und im Freiland
  • Bekämpft schnell und zuverlässig Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse, Wanzen, Buchsbaumzünsler, Blattkäfer, Raupen, und Spinnmilben
  • Kontaktwirkung bewirkt ein sofortiges Absterben der Schädlinge
  • Insekten werden auch dann bekämpft, wenn sie beim Besprühen nicht getroffen werden
  • Dauerwirkung bis zu 2 Wochen - Nicht bienengefährlich

Zusammenfassung

Blattläuse scheinen nicht gerade sehr mobil zu sein und können schon mit einfachen Hausmitteln bekämpft werden. Sind Sie doch sehr kleine Tiere, die auch nicht gerade besonders flink unterwegs sind. Die Fortpflanzung verläuft jedoch nach verschiedenen Zyklen. So können im Frühjahr oder wenn ein Ort überbevölkert ist, Generationen mit Flügeln auftreten.

Diese Blattläuse können sich dann zu einer Pflanze in der Nähe bewegen oder mithilfe des Windes über größere Distanzen treiben lassen. So können Sie also zum Beispiel aus fremden Gärten eingeschleppt werden.

Zudem gehen Blattläuse auch eine Symbiose mit Ameisen ein. Die Ameisen schützen die Blattläuse und im Gegenzug stellen die Blattläuse Nahrung bereit. Diese Symbiose geht so weit, dass die Ameisen die Blattläuse tragen und jeweils von den Pflanzen transportieren, wenn Gefahr droht.

Sollten Sie also Ameisen im Garten vorfinden und sich wundern, wo die Blattläuse abgeblieben sind, dann sind wahrscheinlich die Ameisen als Ursache auszumachen.

Hallo, Ich bin Sebastian und habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Nun hat es mich aus Deutschland hinausgezogen nach Indonesien. Hier sind die Bedingungen natürlich etwas abenteuerlicher und umso mehr muss Ich mich mit dem Thema Gärtnern auseinandersetzen. Meine Erfahrungen und Recherche teile Ich auf Gartenora, um das Gärtnern zu erleichtern.