Ameisen sind weitverbreitet und gelten als sehr anpassungsfähige Art. Weltweit sind über 12.000 Arten bekannt. Dabei sind sie besonders robust, was die Temperatur angeht und können auch in den lebensfeindlichsten Gebieten überleben. Daher fühlen sie sich auf allen Kontinenten zu Hause.

In Deutschland wird davon ausgegangen, dass sich hier rund 200 Arten heimisch fühlen. Diese unterscheiden sich in Ihren Eigenschaften und der Lebensweise.

Bemerken Sie Ameisen im Garten, könnte dies zunächst zur Verunsicherung führen. Denn die Ameisen können Wurzeln untergraben und Schäden an Pflanzen hinterlassen.

Die unterschiedlichen Lebensweisen beziehen sich auch auf die Aktivität der Ameisen. Im Allgemeinen besitzen Sie keinen bevorzugten Tag- und Nachtrhythmus. Daher wird gesagt, dass Ameisen weder tag- noch nachtaktiv sind. Sie verfolgen einen eigenen Lebensrhythmus und richten sich dabei nicht zwingenderweise nach der Tageszeit aus.

Je nach Art können dennoch eindeutige Präferenzen bestehen, die auf eine deutlichere Nachtaktivität hindeuten. Welche Ameisen gelten als nachtaktiv und welche Faktoren beeinflussen die Aktivität der kleinen Tiere?

Welche Ameisen sind nachtaktiv?

Im Gegensatz zu anderen Tieren, kann bei der Ameise kaum gesagt werden, dass sie nachtaktiv ist. Es gibt Arten, die überwiegend nachtaktiv sind, dies bedeutet aber nicht, dass sie die Tageszeit komplett meiden.

Rote Ameise - nachtaktiv
Die Rote Ameise gilt als überwiegend nachtaktiv

Bei den folgenden Gattungen wird angenommen, dass sie überwiegend nachtaktiv sind. Diese Ameisen sind in Deutschland anzutreffen und suchen auch Ihren Garten heim.

Im Garten anzutreffen

  • Myrmica – Rote Ameisen
  • Lasius – Wegameisen (überwiegend nachtaktiv)
  • Tetramorium – Rasenameise (auch nachtaktiv)

Allgemeine Arten

  • Camponotus 
  • Crematogaster
  • Dolichoderus
  • Linepithema (auch nachtaktiv)
  • Messor 
  • Monomorium 
  • Stenamma
  • Tapinoma
  • Temnothorax

Wovon hängt die Nachtaktivität ab?

In Ihrem Umfeld werden die Roten Ameisen und die Wegameisen häufiger anzutreffen sein. Diese Arten gelten als nachtaktiv, sind aber auch am Tage unterwegs. Ob das jeweilige Volk nachtaktiv ist, hängt von den folgenden Faktoren ab.

Jahreszeit

Während Ameisen kaum einen allgemeinen Tag- und Nachtrhythmus verfolgen, sieht dies im Jahresverlauf anders aus. In Deutschland ist zu beobachten, dass die Ameisen im Winter eine Ruhephase einlegen. Im Gegensatz dazu sind sie im Sommer besonders aktiv, um genügend Nahrung für den Winter zu finden. Die höhere Aktivität im Sommer geht damit einher, dass die Ameisen zunehmend nachtaktiv werden. Das Nest wächst beständig und es ist kaum genügend Raum für alle Arbeiterinnen vorhanden. Daher sind die Tiere gezwungenermaßen auch in der Nacht aktiv.

Temperatur

Ameise - Winter nachtaktiv
Im Winter zieht sich die Ameise zurück und befindet sich in einer Ruhephase

Mit der Kälte im Winter, kommen die meisten Ameisen zur Ruhe und versuchen so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Auch bei besonders heißen Temperaturen reduzieren die Ameisen ihre Aktivität.

Während der Hitzeperioden im Sommer schonen sich die Arbeiterinnen in den heißen Mittagstemperaturen. Sie verlagern ihre Aktivität lieber auf den Morgen oder Abend. An besonders heißen Tagen sind sie auch gänzlich nachtaktiv, um die Arbeit in der Hitze zu vermeiden.

Wetterverhältnisse

Neben der Temperatur besitzt auch die Witterung einen Einfluss darauf, wie aktiv die Ameise ist. Ist es besonders feucht, könnte im Sommer das Nahrungsangebot leiden. Ameisen müssen weite Wege auf sich nehmen und auch nachts aktiv sein, um genügend Futter zu finden.

Futterquellen

Wesentlich für das Überleben der Ameisen ist das Vorhandensein der Futterquellen. Ameisen sind ständig auf der Suche nach Futter, um für den Winter vorzusorgen.

Befinden sich in der Nähe Blattläuse, profitieren die Ameisen von deren Honigtau. Den Honigtau finden sie vor allem am Tage vor, weshalb die Ameisen zu dieser Zeit sich aus dem Nest wagen.

Andere Futterquellen führen hingegen dazu, dass die Ameisen nachtaktiv sind. Diese Spezialisierungen sind in Deutschland allerdings seltener anzutreffen.

Weitere Ameisenstaaten

Befinden sich in der Nähe weitere Ameisenvölker, sind sich diese nicht gerade freundlich gesonnt. Treffen diese aufeinander, sind Konflikte absehbar.

Um dies zu vermeiden, entwickeln beide Nester einen entgegengesetzten Tag-Nacht-Rhythmus. Ein Nest ist eher am Tag aktiv, während das andere die Nacht für sich nutzt. Dadurch gehen sich die Ameisen größtenteils aus dem Weg und kommen sich nicht in die Quere.

Alter des Ameisennestes

Bei jungen Ameisenvölkern ist zu beobachten, dass diese überwiegend mit dem Nestbau beschäftigt sind. Sie sind nur seltener außen aktiv und fokussieren sich zunächst auf den Ausbau des Nestes.

Ist der Ameisenstaat etwas älter und das Nest weit fortgeschritten, sind vermehrt Aktivitäten im Außenbereich zu vernehmen. Die Ameisen gehen auf Futtersuche und große Staaten nutzen dafür auch die Nacht.

Schlafen Ameisen?

Neben der Nachtaktivität könnte Sie auch die Frage interessieren, ob Ameisen eigentlich schlafen. Denn für gewöhnlich sehen Sie die kleinen Krabbeltiere pausenlos am Arbeiten und selten mal eine Pause einlegen.

Ameisen schlafen über den Tag verteilt für mehrere Stunden. Dabei ist jede Ruhepause aber nur wenige Minuten kurz. Damit besteht keine längere zusammenhängende Schlafphase.

Nicht nur außerhalb, auch innerhalb des Nestes gibt es reichlich Aufgaben, die absolviert werden müssen. Das Nest muss instandgehalten und der Nachwuchs versorgt werden. Schläft die Ameise nicht, ist sie pausenlos am Arbeiten.

Sind nachtaktive Ameisen gefährlicher?

Den Tieren, die in der Nacht unterwegs sind, gelten häufig als bedrohlicher. Sie sind besser an die Nacht angepasst und jagen somit vom Menschen unbemerkt.

Bei Ameisen ist solch ein Unterschied nicht auszumachen. Die Arten oder Staaten, welche überwiegend die Nacht nutzen, sind nicht als gefährlicher einzustufen. Allerdings ist die Gefahr für Wandernde höher, aus Versehen ein Ameisennest zu stören. Dies könnte mit einigen Bissen und Hautreaktionen einhergehen. Auch in der Nacht sollte genügend Abstand zum Ameisennest eingehalten werden.

Wie können Sie gegen Ameisen vorgehen?

Entdecken Sie die Ameisen nachts im Haus oder der Küche, ist die Vorgehensweise vergleichbar, mit den tagsüber anzutreffenden Ameisen. Sie sollten diese so schnell wie möglich vertreiben, damit kein Schaden angerichtet wird.

Dies gelingt am effektivsten, wenn Sie dafür Ameisenfallen aufstellen. Diese sind mit einem Köder bestückt, welche die Ameisen in den Bau tragen. Dort wird das Ameisengift von allen Bewohnern aufgenommen, sodass eine effektive Bekämpfung stattfindet.

Schützen Sie zudem Ihr Haus, indem Sie jegliche Fugen und Zugänge verschließen. Damit erhalten die Ameisen keinen Zutritt und Sie können sanftere Hausmittel verwenden.

Die nachtaktiven Ameisen

Die kleinen krabbelnden Insekten verfügen über keinen festen Tag-Nacht-Rhythmus, wie dies etwa beim Menschen der Fall ist. Sie richten sich an die Umgebung und passen sich dieser optimal an. Daher gibt es durchaus einige Arten, die die Nacht nutzen und dort auf Futtersuche gehen. In Deutschland besitzen die meisten Ameisenvölker am Tag die höchste Aktivität. Bei warmen Temperaturen wird aber auch die Nacht genutzt, um dort neue Futterquellen zu erschließen.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.