Ameisen sind in der Lage sich selbst durch die engsten Öffnungen zu zwängen. Haben Sie einmal die Witterung einer Futterquelle aufgenommen, bildet sich nach kurzer Zeit eine Ameisenstraße und die kleinen Insekten werden dort Einzug halten.

Das Gewächshaus ist für Ameisen eine wahre Wohlfühloase. Es gibt kaum natürliche Fressfeinde aber gleichzeitig einige Nahrungsquellen. Die Ameise ernährt sich von gefräßigen Larven und anderer Biomasse. Damit gilt sie nicht ausschließlich als Schädling, sondern erfüllt durchaus eine nützliche Funktion im Gewächshaus.

Bemerken Sie jedoch, dass der Ameisenbefall Überhand nimmt, sollten Sie Gegenmaßnahmen ergreifen. Andernfalls wird sich die Ameise nicht nur auf das Gewächshaus beschränken, sondern auch in das Haus und die Küche gelangen. Erfahren Sie, wie Sie am besten gegen die Ameise im Gewächshaus vorgehen.

Die Symbiose der Ameise und Blattlaus

Ameise und Blattlaus
Ameisen wirken auf die Blattlaus anziehend

Die Ameise an sich gilt weniger als Schädling. Sie ist in den meisten Fällen sogar willkommen und wichtig für das Ökosystem. Dennoch bleibt die Ameise im Gewächshaus selten allein. Zu ihr gesellen sich häufig Blattläuse, welche eine deutlich größere Gefahr für Ihre Pflanzen darstellen.

Dass die Ameise Blattläuse anlockt liegt daran, dass die Läuse sich vom süßlichen Pflanzensaft ernähren. Dabei haben sie es nicht auf den Zucker abgesehen, sondern nur auf die Proteinanteile des Pflanzensaftes. Der Zucker wird verstoffwechselt und ausgeschieden. Das dabei entstehende Produkt ist als Honigtau bekannt.

Für Ameisen ist der Honigtau eine gern gesehene Nahrungsquelle. Er besteht fast ausschließlich aus Zucker und stellt jede Menge Energie bereit. Diesen Umstand macht sich die Ameise zunutze.

Manche Ameisen züchten regelrecht die Blattläuse im eigenen Nest. Dort sind die Schädlinge vor Fressfeinden sicher und werden fürsorglich aufgezogen. Als Gegenleistung erhalten die Ameisen den Honigtau.

Um einen Befall von Blattläusen im Gewächshaus zu vermeiden, lohnt es sich frühzeitig die Ameisen zu bekämpfen. Andernfalls werden früher oder später mit Sicherheit die ersten Blattläuse eintreffen und einen deutlich höheren Schaden als die Ameisen anrichten. Nutzen Sie verschiedene Hausmittel, um die Blattlaus zu vertreiben.

Welche Schäden entstehen im Gewächshaus?

Die Ameise im Gewächshaus gilt direkt nicht als Schädling. Sie erweist sich sogar als nützlich, da sie andere Schädlinge, wie Larven und Raupen frisst. Somit besitzt sie einen wichtigen Platz im Ökosystem und erscheint auf den ersten Blick keine Gefahr für das Gewächshaus darzustellen.

Indirekt erweist sich die Lockwirkung auf Blattläuse allerdings als wenig erfreulich. Denn die Blattlaus ist als Schädling deutlich gefürchteter. Sie ernährt sich von den gesunden Pflanzen und vorwiegend jungen Trieben. Aufgrund der Vielzahl an Blattläusen überleben nicht alle Pflanzen diesen Befall und es bleibt nur noch die Entsorgung.

Der hauptsächliche Schaden geht also von der Blattlaus und nicht der Ameise aus. Dennoch kann auch die Ameise vereinzelt zu Schäden führen.

Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es sich um eine Holzameise handelt. Die Holzameise frisst sich durch das Holz und kann eine echte Gefahr für das Gewächshaus darstellen. Insbesondere wenn dieses aus Holz gebaut wurde, ist die Statik in Gefahr. Die Holzameise ist daher von Anfang an aus dem Gewächshaus zu entfernen.

Auch im Boden könnte die Ameise für eine Beeinträchtigung sorgen. Sie gräbt sich gerne durch die Erde und kann dort zu einem Anheben und einer Instabilität der Bodenplatten führen. Was auf der Terrasse zu einer höheren Stolpergefahr führt, ist auch im Gewächshaus eine nicht zu unterschätzende Beeinträchtigung.

Die Ameisen im Gewächshaus umsiedeln

Möchten Sie kein Risiko eingehen und die Ameise aus dem Gewächshaus entfernen, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist es, wenn Sie das Nest der Ameisen ausfindig machen. Dies gelingt, indem Sie die Ameisenstraße zurückverfolgen und schauen, wo sich die Ameisen bevorzugt aufhalten.

Eine besonders tierfreundliche Methode besteht in dem Umsiedeln der Ameisen. Dafür nehmen Sie einen leeren Blumentopf und befüllen diesen mit etwas Holzwolle. Damit haben Sie einen netten Platz geschaffen, in welchem sich die Ameisen wohlfühlen. Stellen Sie den Blumentopf in der Nähe des Nestes oder in der Einflugschneise auf. Nach wenigen Tagen werden die Ameisen den Blumentopf als neues zu Hause betrachten und die ersten Larven dort ansiedeln. Nun können Sie den Blumentopf nehmen und diesen samt Bewohner umsiedeln. Stellen Sie den Blumentopf weit entfernt in der Natur ab, wo die Ameisen sich ausbreiten und keine Gefahr für Sie oder Ihren Garten darstellen.

Ameisenköder

Möchten Sie die Ameisen möglichst schnell und effektiv loswerden, bietet sich dafür das Auslegen von Ameisenfallen an. Diese kleinen Köderdosen sind im Inneren mit einem Lockstoff und einem Ameisengift ausgestattet. Die Ameisen gelangen zum Köder und nehmen den Giftstoff auf. Diesen tragen sie zum Nest, wo er sich unter allen Bewohnern verteilt.

Etwas zeitverzögert tritt die Wirkung des Giftes ein. Nach etwa 2 bis 3 Tagen ist die gesamte Kolonie dem Gift zum Opfer gefallen und Sie haben die Ameisen im Gewächshaus wirksam bekämpft.

Das Verwenden der Ameisenköder erweist sich als vorteilhaft, da diese für andere Tiere oder Kleinkinder keine Gefahr darstellen. Das Gift ist im Inneren gut abgeschlossen und wirkt nur gegen die Ameise. Die zeitverzögerte Wirkung stellt sicher, dass das gesamte Nest bekämpft wird und die Ameisen sich nicht erneut ausbreiten.

Pflanzen gegen die Ameise

Lavendel - Gewächshaus
Pflanzen Sie Lavendel im Gewächshaus an, um die Ameise fernzuhalten

Möchten Sie verhindern, dass sich die Ameise in Ihrem Gewächshaus einnistet, können Sie auch auf die Wirkung so mancher Pflanze vertrauen. Denn die Ameise besitzt einen feinen Geruchssinn, der ihr als Orientierung dient. Senden Pflanzen einen intensiven Geruch aus, ist dies für die Ameise eine deutliche Einschränkung und sie wird lieber einen größeren Abstand einhalten. Dies gilt u.a. für die folgenden Pflanzen:

  • Chili
  • Gewürznelken
  • Lavendel
  • Zitrone

Die ätherischen Öle und anderen Duftstoffe sind für die Ameise abstoßend. Schützen Sie Ihr Gewächshaus, indem Sie geruchsintensive Pflanzen beheimaten und der Ameise damit keinen Wohlfühlort schaffen.

Kammerjäger gegen Ameisen im Gewächshaus

Haben die eigenen Versuche nicht gefruchtet und die Ameise stellt eine immer größere Belastung dar, können Sie auch den Kammerjäger zur Hilfe rufen. Der Kammerjäger ist besser im Umgang mit den Ameisen und anderen Schädlingen geschult. Er untersucht, wo sich die Ameisen bevorzugt aufhalten und bringt zielgerichtet das Mittel aus. Zudem erzielt er eine Langzeitwirkung, die einen erneuten Befall verhindert.

Die Kosten für den Einsatz eines Kammerjägers gegen Ameisen variiert. Je nach Befallsstärke sollten Sie mit Kosten von mindestens 150 Euro rechnen. Die eigentliche Bekämpfung dauert nur wenige Stunden. Haben Ihre eigenen Methoden keine Wirkung gezeigt, dann rufen Sie einen Profi, um die Ameisen im Gewächshaus zu bekämpfen.

Die Ameisen im Gewächshaus

Das Gewächshaus stellt für die Ameisen einen optimalen Ort dar, um sich niederzulassen. Bauen Sie Gemüse an, können sich Ameisen davon ernähren und aufgrund des Fernbleibens natürlicher Fressfeinde breiten sich die Ameisen zügig aus. Gesellen sich dann noch Blattläuse dazu, sind Ihre Pflanzen einer hohen Gefahr ausgesetzt.

Auch wenn die Ameise teilweise als Nützling angesehen wird, sind die Schäden im Gewächshaus nicht zu verachten. Beginnen Sie frühzeitig mit dem Bekämpfen der Ameisen und Sie werden einen größeren Schaden vermeiden. Legen Sie Ameisenköder aus oder siedeln Sie das Nest eigenständig um. Treffen Sie geeignete Vorbeugemaßnahmen, sodass die Ameisen sich lieber einen anderen Ort zum Niederlassen aussuchen.

Hallo, Ich bin Sebastian und lebe seit wenigen Jahren überwiegend in Indonesien. Dort konnte ich endlich meine Leidenschaft zum Gärtnern ausleben. Meine gewonnene Erfahrung teile ich auf Gartenora.de damit diese Leidenschaft auch Ihnen eine große Freude bereitet.